„Manchmal liegt die Wahrheit nicht NUR auf dem Platz“.

Am Beispiel unserer neuen A Jugend, kann man diesen Satz getrost verwenden, denn was unter Ligakonkurrenten und leider auch im Berliner Fußball unter Vereinen oftmals nicht funktioniert ist die Zusammenarbeit. Es geht um Konkurrenzdenken, Geld, Macht und schlussendlich um das „ICH“ als Club. Warum also etwas vom selbstgebackenen Kuchen abgeben, wenn man ihn auch alleine aufessen kann?!

Berliner Vereine sollten trotz der Konkurrenz, dass Miteinander in Zukunft etwas größer schreiben. Unser Präsident Michael Meister plädierte vor Jahren schon für mehr „Zusammenhalt im Berliner Amateurfußball“, nicht Jeder gegen Jeden sondern auch mal ein gemeinsames ziehen an einem Strang.

Vielleicht war und ist das ein „Wunschgedanke“, der vielen ein sarkastisches Schmunzeln ins Gesicht zaubert, aber schlussendlich sollte man besonders im Jugendbereich genau hinsehen, ob gewisse Kooperationen, Hilfestellungen und Vereinsübergreifende Maßnahmen in Zukunft eine übergeordnete Rolle spielen könnten und es eben nicht nur bei einem argwöhnischen Lächeln bleibt.

Um eine Jugend in einem Verein aufzubauen, bedarf es vor allem an Kindern und Jugendlichen, die das Fundament der Jugendarbeit darstellen, Jugendtrainern, die mit Spaß und Ehrgeiz die jungen Kicker trainieren und ihnen weiterhelfen, Eltern, die gewillt sind ihre Kinder von der Couch zu holen und nicht nach großen Vereinsnamen gehen, nach dem Motto: “ Mein Kind spielt bei …“, Jugendleiter, die einen klaren Plan haben und im Interesse des Vereins etwas aufbauen wollen, Sponsoren, die sich eben nicht nur auf der größeren Bühne zeigen möchten sondern eben auch die Möglichkeit sehen ihr Unternehmen auf der Plattform der Nachwuchskicker zu präsentieren. Ein Zusammenspiel, das heutzutage immer schwieriger wird.

Berlin ist eine Fußballstadt. In den einzelnen Bezirken sind mehrere Vereine ansässig und ein jeder möchte für sich das Beste herausholen. Ein legitimer Gedanke, doch wenn man zum Teil genau hinschaut sind die Kapazitäten des Öfteren kaum gegeben. Spieler werden geholt ohne das Trainer vorhanden sind, Mannschaften werden gegründet, ohne das es Platzmöglichkeiten gibt, die ein vernünftiges Training garantieren. Hier geht es selbstverständlich darum „Mitglieder und die Beiträge“ an Land zu ziehen und erst wenn das geschieht, macht man sich Gedanken, wie man dieses Unterfangen händelt. So tummeln sich oftmals 3-5 Mannschaften während der Trainingszeit auf einem Platz. Qualitative Einheiten sind da kaum möglich, aber die Einnahmen sind garantiert und das auf Kosten der Weiterentwicklung unserer Fußballjugend.

Selbstverständlich gibt es aktuell Vereine, die als Paradebeispiel gelten, was diese Jugendförderung betrifft, wo Organisation und Umsetzung perfekt harmonieren, doch man sollte auch bemerken, diese Vereine begannen vor Jahrzehnten damit und für Clubs, die erst vor 5-6 Jahren erneut mit diesem Projekt gestartet sind, ist es sehr mühsam etwas aufzubauen. Die Zeiten haben sich geändert, die Bezirke sind zum größten Teil „leer gefischt“, was Kinder und Jugendliche betrifft, die Vereinssport betreiben möchten und trotzdem ist es „ein Muss“, geregelt durch die Verbände, Jugendmannschaften zustellen. Eine Regel, die absolut verständlich ist und auch sinnvoll, denn ohne Jugend ist ein Verein kein Verein, aber leicht umzusetzen ist es, wie bereits erwähnt, eben nicht.

In Brandenburg ist es Gang und Gäbe, dass Vereine im Jugendbereich miteinander kooperieren, hier spielen natürlich die Entfernungen eine große Rolle. Ein kleiner Verein wird es dort kaum schaffen eine komplette Jugend aus ihrem eigenen kleinen Umkreis auf die Beine zu stellen. Durch diese Art von Zusammenarbeit, werden die Auflagen erfüllt und allen ist geholfen.

Doch in unserer Hauptstadt tummeln sich weitaus mehr Vereine auf einer kleineren Fläche, die sich dann untereinander so stark duellieren, dass neue Projekte, um Kiezkicker heranzuziehen, kaum möglich sind. Es Bedarf auch hier vielleicht ein Umdenken, wie es in Zukunft allen Vereinen ermöglicht wird eine Jugend aufzubauen ohne das es hinter vorgehaltener Hand bereits in diesem Bereich schon um Gelder und Versprechungen geht.

“ Unser Ziel war es nie und wird es auch nie sein, komplette Jugendteams oder einzelne Kinder und Jugendliche von anderen Vereinen durch finanzielle Mittel zu uns zu locken. Das widerspricht auch meinem Grundgedanken von Fußball in diesem Bereich und wäre eine Ohrfeige ins Gesicht der Vereine, die sich mühsam etwas aufgebaut haben. Dennoch muss es möglich sein mittel-und langfristig unsere Blau Weiße A und B Jugend aufzubauen, voranzubringen und hochzuziehen. Diesen Prozess haben wir bereits angekurbelt indem wir von G Jugend bis zur D Jugend jüngere Jahrgänge als Teams zusammengestellt haben, um somit in der Zukunft aus eigener Kraft, komplette Mannschaften von der C bis zur A stellen zu können. Die Entwicklung im Jugendbereich ist bedauerlich, wenn man bereits dort die Summen mitbekommt, die ab der Landesliga gefordert und bezahlt werden. Daran werden wir uns nicht beteiligen“, so Michael Meister.

Uns ist es bewusst und wir stehen auch zur der Kritik, dass wir es innerhalb von 12 Monaten nicht geschafft haben eine A Jugendmannschaft zu installieren, doch solch ein Unterfangen ist trotz aller Bemühungen, Ideen, Präsentationen, Gesprächen mit Eltern, Kindern, Jugendlichen und vielem mehr, eben nicht mit einem Fingerschnippsen umzusetzen. Zusagen, die uns generiert wurden, eigenständig eine U19 stellen zu können, verliefen sich durch „bessere Angebote anderer Vereine oder hohen Forderungen“ wieder im Sand. Es ist ein Hin und Her, ein steiniger Weg und von „Himmel hoch jauchzend bis zu Tode betrübt“. Durch die schlussendliche Frist des Verbandes, bis zu einem Zeitpunkt nachweislich 14-15 Spieler angemeldet zu haben, mussten die bereits geführten Gespräche mit Hertha 03 Zehlendorf intensiviert werden und wir sind dem Verein um Präsident Kamyar Niroumand mehr als Dankbar, dass es geklappt hat und wir von nun an wieder eine Blau Weiße A Jugend stellen.

Wie oben bereits angeführt, steht und dient dieses Handel von Hertha 03 Zehlendorf exakt für das Miteinander, das im Berliner Fußball überwiegend fehlt. Davor gilt es den Hut zu ziehen. Es ist auch nicht so zu verstehen, dass bestimmte Vereine die Arbeit leisten und andere Schlange stehen und warten, was „vom Baum herunterfällt“. Jeder Verein soll sich einbringen und muss verpflichtet und gewillt sein, seinen Teil dazu beizutragen.

Unsere SpVg ist aktuell der Profiteur solch einer „Hilfestellung“, doch um etwas aufbauen zu können, benötigt man eben auch manchmal Unterstützung und wer weiß, auch wenn wir ein wesentlich kleinerer Club sind als Hertha 03 Zehlendorf, die Zukunft wird es zeigen, ob wir Blau Weißen uns irgendwann revanchieren können. Wir werden es nicht vergessen…

Unsere neue U19 freut sich auf das was auf sie zukommt und kann es kaum erwarten als eine A1 an den Start gehen zu dürfen, was beinhaltet, dass sie in der Liga um den Aufstieg spielen können und Teilnehmer am Jugendpokal sind. Eine sogenannte WIN WIN Situation für alle.

#dankehertha03zehlendorf und ein herzliches Willkommen an unsere neuen Blau Weißen A Jugend Kiezkicker, auf eine spannende und erfolgreiche Zeit Jungs.

 

Heja Blau Weiß