Der Anfang ist schwer / 1. Spieltag / Oberliga Nord

5. August 2019Allgemein

1. Spieltag

Oberliga Nord NOFV

Blau Weiß 90 – Lok Stendal

03.08.2019

Anstoß 13:00 Uhr

Stadion Volkspark Mariendorf

 

Am 03.08.2019 um 13:00 Uhr war es endlich soweit, für unsere Jungs von Blau Weiß 90 startete endlich die Oberligasaison 19/20. Der Gegner Lok Stendal wurde in der letzten Saison 2x mal klar besiegt und so war es nicht unberechtigt, dass man unsere Mannschaften als den klaren Favoriten ansah.

Zum Spiel:

Pünktlich um 13:00 Uhr pfiff Schiedsrichter Kevin Coren Eckert das Spiel in der neuen Heimspielstätte unseren Blau Weißen an. Das Stadion Volkspark Mariendorf hatte sich rausgeputzt und das Wetter zeigte sich von der besten Seite. Es sollte alles angerichtet sein für ein unterhaltsames und erfolgreiches Fußballfest. Doch um das vorweg zu nehmen, ein Fest sollte es nicht werden. Was die Zuschauer geboten bekamen war das bestreben unserer „Boys in Blue“ eine Lücke im System der Stendaler zu finden und einen Gegner der sich komplett 30 Meter vor dem eigenen Tor einriegelte und auf Ballverluste des Gegners wartete. 

Bereits in der 2’ Minute sah es danach aus, dass das Konzept der Gästemannschaft nicht aufgehen sollte. Nach einem feinen Pass auf Louis Stüwe, hatte dieser den ganzen Strafraum für sich und nur noch den Torwart vor sich. Doch bekanntlich für jeden Fußballer sind diese Situation am schwersten zu meistern. Unten Links, Oben Links, Unten Rechts, Oben Rechts, flach, hoch, Innenseite, Spann, Gedanken die jeder kennt, der schon einmal auf einem Fußballplatz stand. Louis entschied sich für die Variante des Messi – Gedächtnis – Lupfers und erkannte selbst schon sehr schnell, das dies die falsche Lösung gewesen ist. Das wäre ein super Dosenöffner gewesen, denn von nun an zogen sich die Gäste noch weiter zurück und unsere Jungs schienen keinen richtigen Plan entwickeln zu können gegen diese Defensivtaktik. 

Immer wieder war es das gleiche Bild. Blau Weiß hatte den Ball, spielte hin und her, verlagerte oft durch lange Diagonalbälle um die Ketten des Gegners aufzureißen, doch häufig fehlte das Tempo in den jeweiligen Aktionen, sodass Stendal ohne viel Aufwand ihren Defensivverbund gegen Blau Weiß wieder in Schlagdistanz bringen konnte. Das erhitze natürlich die Gemüter auf der Tribüne als auch auf dem Platz. Ungeduld ist kein guter Begleiter in solchen Fällen, doch leider spürte man von allen Seiten eine einsetzende Frustration. Die Gangart wurde auch schärfer, viele kleine Fouls, viele kleine Unterbrechungen und auch viele kleine Aktionen des Gegners, die man getrost als frühes Zeitspiel bezeichnen kann. In der 24. Minute entschied sich der Schiedsrichter Eckert unseren Spieler Stüwe die rote Karte zu zeigen, nach einer Tätlichkeit. Die Szene war für viele nicht zu sehen, da sie Abseits des eigentlichen Spielgeschehens stattfand, doch der Linienrichter schien ein Auge darauf gehabt zu haben. Auf sein Zeichen hin verwies man unsere Nummer 77 des Feldes. Es folgten etwa 5 Minuten, die man sich hätte auch ersparen können, Diskussionen, Streitereien, Rudelbildungen und Meinungsverschiedenheiten. Doch wer nun dachte, dass Lok Stendal diese Überzahl nutzen wollte, um dieses Spiel zu gewinnen, sah sich getäuscht. Im Gegenteil, nun wurden die Bälle nur noch nach vorne geschlagen oder maximal auf die Nummer 7 gespielt, der eine gewisse Schnelligkeit mitbrachte, doch schlussendlich immer wieder den Ball verlor. 

Die nächste Chance hatte Florian Kohls in der 38’ Minute, der sich ein Herz nahm und es aus der zweiten Reihe probierte, doch knapp verzog.

In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit war es Nicolai Kitzing, der nach einem öffnenden Pass alleine auf das Tor der Gäste zu lief, aber mit links am Keeper Giebichenstein scheiterte. 

Torlos ging es somit in die Halbzeit. 

Die Zweite Halbzeit sollte kein anderes Bild darstellen. Blau Weiß 90 hatte den Ball, suchte Räume, fand sie nicht, Stendal verstand es mit Mann und Maus zu verteidigen und nahm in vielen Aktionen die Zeit von der Uhr. Nicht schön anzusehen, aber legitim, so lange es der Schiedsrichter durchgehen lässt. 

Chancen entstanden nicht in Hülle und Fülle, aber das erste Tor wäre machbar gewesen, Maurice Klehr hatte in der 59. Minute die Möglichkeit zur Führung, er tankte sich durch, zog in den Strafraum, doch der Ball sollte einfach nicht reingehen. 

Dann probierte es Wedemann, 63’ Minute. Auch er ging in ein Dribbling über die rechte Seite, narrte drei Gegenspieler und scheiterte an der schnellen Reaktion des Torhüters. 

Stendal zeigte sich auch mal kurz. Ein Distanzschuss aus 20 Metern in der 66. Minute. Doch Michael Hinz hielt den zentralen Ball locker. In der selben Minute wechselte die Heimmannschaft gleich zwei mal. Kevin Gutsche ersetzte Fabian Engel und Nii Bruce Weber kam für Pascal Wedemann. Nun wurde der Druck nochmal erhöht, doch klarere Torchancen sprangen dabei nicht heraus. Auch Standardsituationen brachten nicht den erhofften Erfolg, immer war ein Bein dazwischen oder die Präzision fehlte. In der 77. Minute nahm man Nicolai Kitzing vom Feld und brachte Guilherme Lopes de Oliveira. Doch die wohl größte Chance hatte ein anderer. Nii Bruce Weber wäre wohl der Held dieser Partie geworden, wenn er anstatt des Außennetzes das Tor getroffen hätte ( 80. Minute). Kein Vorwurf, gemeinsam mit Gutsche kurbelte er noch mal das Spiel an, doch das Tor sollte einfach nicht fallen.

Nichts ging mehr. Aus. Schluss. Vorbei.

Ein torloses Remis zum Auftakt, das hatte man sich natürlich anders vorgestellt. Unsere Spieler schlichen frustriert vom Feld, der Gegner hingegen jubelte, tanzte, lachte und lag sich in den Armen. Natürlich war es nicht schön anzusehen, doch jede Mannschaft verfolgt ein Ziel und wie man es zum Schluss erreicht ist völlig egal. Stendal gab alles was ihnen für ihre Möglichkeiten zur Verfügung stand, ob man sich über das Zeitspiel oder andere Dinge aufregen möchte, liegt im Auge des Betrachters, schlussendlich müssen wir Blau Weißen uns an die eigene Nase fassen und klarstellen, das es an diesem Tag zu wenig war, um einen taktisch gut organisierten, sehr tief stehenden und cleveren spielenden Gegner zu schlagen.

Wir bedanken uns bei unseren Gästen und bei den angereisten Fans von Lok Stendal und wünschen ihnen für die kommenden Spiele viel Erfolg. Dem Spieler Kolzenburg wünschen wir gute Besserung und eine schnelle Genesung.

Einen Dank möchten wir auch nochmal an alle fleißigen Helfer ausrichten. Ihr habt eine super Arbeit abgeliefert und wart seit den frühen Morgenstunden am aufbauen, machen und tun. Ihr seid Blau Weiße wie sie im Buche stehen. Vielen Dank.