Spielbericht

Blau Weiß 90 (6) : Greifswalder FC (3)

28. Spieltag Oberliga Nord

19.05.2019

14:30 Uhr

Schiedsrichter

Marcel Riemer

Aufstellung Blau Weiß 90:

Hinz – Austermann(C), Stahl, Mannsfeld, Heßler – Kitzing, Matthias, Maurice, Stüwe, Engel – Gutsche

Bank: Lopez de Oliveira, Wedemann, Gorkow, T. Göth, Mensah, Toure, Dingas

Vorbericht

Nach dem sehr eindeutigen Sieg am letzten Spieltag gegen den Tabellenletzten aus Malchow, bekamen wir es am heutigen Tag mit einem anderen Kaliber zu tun. Der Greifswalder FC um Trainer Roland Kroos, spielt eine sehr starke und überzeugende Saison und die Zahlen sprechen für sich. 60 Tore erzielt, 30 Gegentore bekommen, 18 Siege, 5 Unentschieden und nur 4 Niederlagen in 27 Spielen und das als Aufsteiger, da kann man nur den Hut vor ziehen. Das Hinspiel in Greifswald ging 2:2 aus, ein verdientes Unentschieden das wir uns dort erspielten, ein leichtes „Gechmäckle“ hatte es trotzdem, denn wir führten zur Halbzeit mit 2:0, da erhoffte man sich natürlich mehr. Alle durften also gespannt sein, wie es an diesem Spieltag enden sollte zwischen den beiden Teams, die auch noch ihre Ziele haben. Greifswald hat den Anspruch TeBe vom zweiten Rang zu stürzen und wir wollten mit einem Sieg den 6. Tabellenplatz festigen und das Spiel sollte halten, was es versprach.

Zum Spiel

Punkt 14:30 Uhr ging es los. Die Gäste agierten in ihrem gewohnten 4-4-2 und übernahmen schnell die Kontrolle. Besonders auffällig ist immer die erste Reihe, die sehr hochschiebt und schnell versucht in der Hälfte des Gegners den Ball zu erobern, um dann schnell zu Abschlüssen zu kommen. Wir hatten damit so unsere Probleme zu Beginn und fanden keine Balance im Aufbau. Zu schnelle Ballverluste in allen Bereichen, zu viele Einzelaktionen, die im Sande verliefen und zweikampftechnisch fanden wir auch nicht in die Spur. Greifswald erspielte sich war nicht Großchancen im Minutentakt, dennoch waren sie giftiger und zielstrebiger. Bereits in der 4’ Minuten war es Frank Rohde, der nach einer Flanke von Miyazaki knapp am Tor vorbei zielte.

In der 13’ Spielminute mussten wir bereits den ersten Wechsel vollziehen. Unser Kapitän, der nach einer Verletzung wieder an Bord war, fasste sich an den hinteren Oberschenkel und konnte nicht mehr weiter machen, bitter, wir wünschen ihm gute Besserung. Für ihn kam Tobi Göth ins Spiel.

Wir müssen ehrlich sein, das Team um Roland Kroos, hätte bis Dato eine Führung verdient gehabt, doch sie scheiterten entweder an unserem Torhüter Hinz, an unserer Innenverteidigung um Stahl und Mannsfeld oder an ihrer Ungenauigkeit im letzten Drittel. In der 15’ Minute waren wir dann an der Reihe. 25 Meter vor dem Tor kam Maurice Klehr an den Ball und lupfte diesen über die Abwehrkette des Gegners, Gutsche startete durch und sah sich im ersten Moment im 1 vs 1 dem Torhüter gegenüber. Leider verpasste er den Abschlussmoment. Aber diese Szene zeigte uns, das hier was ging. Langsam fanden wir in das Spiel hinein. Höheres Tempo, bessere Balance, bessere Zweikampfführung. Auch unsere Standardmöglichkeiten häuften sich. Nach einer sehr guten Kombination auf unserer linken Seiten zwischen Gutsche, Engel, Matthias, war es Louis Stüwe der im Strafraum frei zum Schuss kam, doch der Torwart parierte. Bei der darauffolgenden Ecke, war es Gutsche der mit links aus dem Rückraum abzog, aber leider verzog. In der 32’ Minute ein kurzer Aufschrei als Engel in einem Zweikampf kurz gezogen und gehalten wurde und zu Fall kam, Schiedsrichter Riemer war sich aber schnell sicher. Kein Elfmeter. In der 35’ versuchte sich Kitzing aus der zweiten Reihe, aber auch er verzog. Im Gegenzug kam Greifwald zu einer brenzligen Situation. Ihr Stürmer zog aufs Tor und wurde laut der Gäste klar gehalten und so am Schuss gehindert, wieder blieb aber die Pfeife des Schiedsrichters stumm.

Dann kam die 38’ Minute. Max Stahl sah wie Kevin Gutsche in den Rücken der Viererkette startete und brachte den Ball durch einen langen Pass punktgenau zu seinem Mitspieler, Gutsche mit einer super Ballmitnahme, tanzte den Torwart aus und verwandelte zum 1:0. Kategorie Traumpass von Max.

38’ Min., 1:0, Kevin Gutsche, Vorlage Stahl

Es wäre zu viel, wenn man sagen würde dieses Tor stellte den Spielverlauf bis dato auf den Kopf, denn trotz des guten Beginns von Greifswald, übernahmen wir schlussendlich ab der 28. Minute mehr und mehr die Kontrolle. 

Halbzeit.

Wenn man sich als Trainer aussuchen könnte, wie der Beginn einer zweiten Hälfte auszusehen hat, dann wäre die folgende Aktion ein Paradebeispiel dafür.

Louis Stüwe erobert im Mittelkreis in seiner gewohnt giftigen Art und Weise fair den Ball, steckt ihn auf Maurice Klehr und der läuft einfach mal 40 Meter mit dem runden Leder durch alle durch bis er alleine vor dem Torwart steht, den aussteigen lässt und locker zum 2:0 einnetzt. Starkes Tor, einfach mutig und zielstrebig. Das erste Saisontor für Mucki nach seinem Wechsel von Hertha BSC zu Blau Weiß 90. Glückwunsch.

47’ Min., 2:0, Maurice Klehr, Vorlage Stüwe

Zwei Tore zu einem kaum besseren Zeitpunkt, das musste Greifswald erst mal verdauen und die Blau weißen spielten munter weiter. Spielbestimmend, läuferisch gut und kämpferisch hatten wir nun auch das Zepter in der Hand. Kevin Gutsche versuchte sich in der 53’ Minute nochmal aus der Distanz, verzog aber knapp. Greifswald fand langsam wieder in die Spur insbesondere ihr rechter Mittelfeldspieler Miyazaki zeigte in vielen Aktionen, warum der Tabellendritte eine bis dato tolle Saison gespielt hat. 

61’ Min. Einwechslung Pascal Wedemann für Fabian Engel.

In der 70’ Minute war es dann der Goalgetter der Gäste, Frank Rohde, der nach schöner Flanke das Tor nur im Zentimeter verfehlte. Nach kurzem schütteln, war Greifswald also wieder da und forderte uns weiterhin. Doch wenn man 2x die richtigen Zeitpunkte findet in einem Spiel um Tore zu schießen, dann findet man eben auch noch den Dritten. Pascal Matthias eroberte an der Mittellinie den Ball und schickt Wedemann auf reisen. In seiner gewohnten Art umkurvt der zwei Gegenspieler am 16er und hält einfach mal drauf. Leicht abgefälscht zappelt der ball im Netz. Klasse Aktion.

72’ Minute, 3:0, Pascal Wedemann, Vorlage Matthias

Ein 3:0 das sich gegen Greifswald so niemand ausgerechnet hatte im Vorfeld. Das wir auf Augenhöhe sind sah man bereits im Hinspiel dennoch war dieses deutliche Ergebnis zu diesem Zeitpunkt zwar verdient, aber auch ein wenig überraschend. Vielleicht auch so überraschend, dass man beim Anschlusstreffer etwas schläfrig agierte. Die Gäste kamen über ihre starke rechte Seite, spielten den Ball scharf in den Strafraum und fanden ihren Abnehmer in ihrem Spieler Appiah, der sich ohne Rücksicht auf Verluste per Flugkopfball in die Flanke hinein warf.

75’ Minute, 3:1, Peterson Appiah

Und schon ging ein leichtes raunen durch die Zuschauermenge. Uns fehlte von nun an der Zugriff auf die Gegenspieler. Wie schon in den ersten 20 Minuten kamen wir nicht in die Zweikämpfe und schalteten ungewollt einen Gang runter, was natürlich Greifswald in die Karten spielte, denn nur zwei Minuten später ist es John Berger, der nach einer Ecke und per Abstauber zum 3:2 verkürzt. Es sollte also noch mal ein heißer Tanz werden.

77’ Minute, 3:2, John Berger

Die Gäste versuchten es nochmal, doch man merkte auch ihnen an, dass die fast 80 Minuten zuvor Kraft gekostet hatten. So kam es zu einem Hin und Her, dass wenig mit Fußball zu tun hatte. Greifswald baute Druck auf, aber kam nicht zu den 100 prozentigen Chancen. In der 81 Minute besaß Maurice erneut die Chance zu erhöhen scheiterte aber am Keeper. Die darauffolgende Ecke von Wedemann, fand den Kopf von Kitzing, der verlängerte und Louis Stüwe stand dann goldrichtig, er nagelte den Ball aus 2 Metern ins Tor. 

81’ Min., 4:2, Louis Stüwe

In der 85’ Minute kam Shean Mensah und ersetzte Nicolai Kitzing. Shean fügte sich nahtlos ein und hatte sogar noch die Möglichkeit auf das 5:2. 

Die letzten Minuten in dem Spiel gehörten beiden Mannschaften, etwas nennenswertes kam dabei jedoch nicht heraus und so pfiff der Schiedsrichter Marcel Riemer die Partie nach zwei Minuten Nachspielzeit ab. Das Gespann zeigte wie ruhig und sachlich man eine Partie in der Oberliga leiten kann, das war ein richtig guter Job.

Der Entstand von 4:2 ging über die gespielten 92. Minuten vollkommen in Ordnung, nach schwachem Beginn kamen unsere Blau Weißen besser ins Spiel und zeigten, dass sie zurecht das drittbeste Team in der Rückrunde sind. Eine tolle Leistung. Platz 6 ist gefestigt. So kann es weitergehen in den letzten beiden Partien in dieser Spielzeit.

Als letztes möchten wir nun noch Lichtenberg 47 zum Aufstieg in die Regionalliga gratulieren. Ein mehr als verdienter Erfolg in dieser Saison. Ein nicht nur spielstarkes Team sondern auch eine sehr faire und sympathische Truppe. Wir drücken allen Verantwortlichen und Spielern die Daumen für die kommenden Aufgaben 19/20.