Blau-Weiss 90 scheitert am Gäste-Keeper

Am Sonntagabend zu ungewohnter Zeit, spielten unsere Blau-Weissen zuhause gegen die TSG Neustrelitz. Marco Gebhardt veränderte die Startelf nach dem Sieg im Pokal gegen den TSV Rudow nur auf einer Position: Kilian Pruschke stand anstelle von Michael Hinz im Kasten der Mariendorfer.

Von Anfang an waren die Hausherren klar überlegen und übten immensen Druck auf die Neustrelitzer Defensive aus. Bereits in der 10. Minute war es Fabian Engel der nach gutem Zusammenspiel mit Lukas Rehbein aus spitzem Winkel zwei Mal abschließen konnte, beide Schüsse jedoch kurz vor der Linie geblockt wurden. Nur zwei Spielminuten später hatte Guilherme Henrique die Möglichkeit das erste Tor der Oberliga-Saison zu erzielen, aber auch er scheiterte aus zentraler Position am Gäste-Keeper, der ihm mit einem missglückten Abschlag die Vorlage zum Schuss gegeben hatte. Nur wenige Sekunden später flankte Lukas Rehbein auf den freistehenden Guilherme Henrique, der allerdings aus kurzer Distanz die Kugel auch nicht im Gehäuse der Gäste unterbringen konnte, sondern dem Keeper direkt in die Arme köpfte. In der 15. Minute parierte der Gäste-Keeper einen Schuss von Fabian Engel, aus ähnlicher Position wie Guilherme Henrique zuvor, glänzend. Man hatte das Gefühl, es sei nur noch eine Frage der Zeit bis der erlösende erste Treffer für die Blau-Weissen fallen würde. In der Mitte der ersten Halbzeit gab es dann die erste Chance von Neustrelitz, die jedoch zustande kam, weil es zwischen Christoph Gorkow und Kilian Pruschke einen Abstimmungsfehler gegeben hatte. Der Neustrelitzer hob den Ball über Pruschke knapp am Tor vorbei. Die Berliner ließen sich von diesem kleinen Schock nicht beeindrucken und spielten weiterhin attraktiv nach vorne. In der 32. Minute dann ein folgenschwerer Fehler: Marcel Czekalla spielt im Aufbauspiel einen Fehlpass in die Füße des Neustrelitzer Stürmers, dieser steckt ihn genau zwischen den Innenverteidigern der Blau-Weissen durch auf seinen Stürmerpartner Flis Bartosz. Flis Bartosz lässt anschließend Gorkow stehen und verwandelt unhaltbar ins linke untere Eck. 0:1. Kurz vor der Halbzeit haben Guilherme Henrique, der alleine aufs Tor läuft und Jeffrey Gleisinger nochmal die Chance den Ausgleich vor der Halbzeit zu markieren, aber auch sie scheitern wieder am Gäste-Keeper. Halbzeit und man fühlt sich wie in einem falschen Film. Man ist 45. Minuten klar die bessere Mannschaft, hat bereits in der ersten Halbzeit Chancen für mehrere Spiele und liegt trotzdem zurück.

Die zweite Halbzeit beginnt wie die erste aufgehört hat: Blau-Weiss 90 ist weiterhin klar die bessere Mannschaft! In der 53. Minute hat Louis Stüwe per Freistoß eine Großchance und wenige Minuten später läuft Guilherme Henrique ein zweites Mal in diesem Spiel auf den Keeper der TSG zu und schafft es wieder nicht den Ball am Torwart vorbei zu schieben. Ab der 58. Minute spielten die Gäste nur noch zu zehnt, als der bereits mit Gelb verwarnte Spieler Lagiewczyk Julian Austermann nah an der Strafraumgrenze foulte und zurecht mit der Gelb-Roten Karte vom Platz flog. Anschließend wurde das Spiel zunehmend hektischer, leider auch durch die nicht konsequent geführte Linie des Schiedsrichtergespanns. Knapp 20 Minuten vor Schluss hatte der eingewechselte Kevin Gutsche die bis dahin größte Chance der zweiten Halbzeit als er im Strafraum den Ball bekam, sich mit dem Ball um den Gegenspieler drehte und abschloss. Leider hat auch hier der Keeper, ja fast schon Weltklasse, pariert. Nicht selten hieß es in der Schlussphase: Blau-Weiss 90 gegen den TSG-Keeper. Knapp 15 Minuten vor Schluss dann ein weiterer Aufreger. Tim Göth wird glasklar im Strafraum gefoult, der Gegenspieler hatte keine Chance an den Ball zu kommen und traf von hinten einzig und allein die Beine von Göth. Ein normal geführter und fairer Zweikampf, so urteilte der Schiedsrichter und sein Assistent und ließen weiterspielen. Die Zeit rannte den Blau-Weissen nun davon, hatte man es doch verdient wenigstens einen Punkt einzufahren. Blau-Weiss schmissen nun alles nach vorne, doch am Ende stand immer der Torwart der Neustrelitzer im Weg. In der 90. Minute dann die Entscheidung: Maximilian Stahl verlor als letzter Mann den Ball und den anschließenden Konter nutzten die Gäste zum 0:2 Endstand. Abpfiff!

Nach diesem Spiel kann man durchaus stolz auf die Blau-Weissen sein. Sie haben sich eine Vielzahl an Großchancen herausgespielt, doch diese leider nicht nutzen können. So sah es auch Marco Gebhardt nach dem Spiel im Interview mit der FuWo:“ Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Die erste Halbzeit war die bisher beste in der Oberliga. Wir treffen eben einfach das Tor nicht.“ Neustrelitz kann sich glücklich schätzen hier drei Punkte aus der Rathausritze entführt zu haben. Verdient hatten sie es sich nicht!